Aktuelle Studie: Ein Drittel der Deutschen träumt von ihrer eigenen großen Jungfernfahrt
Die wichtigsten Fragen von Erst-Kreuzfahrern
München - 13. Oktober 2009. Leinen los und volle Kraft voraus ins Urlaubsglück - immer mehr Deutsche entdecken die Kreuzfahrtreise für sich. Eine aktuelle Studie von Expedia.de und der Gesellschaft für Konsumforschung bescheinigt dem Trend eine große Zukunft: 34 Prozent der Deutschen sehen in ihm nach dem Wellnessurlaub die beliebteste Reiseart der nächsten zehn Jahre. Alter, Geschlecht und Familienstand spielen dabei keine Rolle. Die Kreuzfahrten sind quer durch alle Generationen beliebt, bei den Befragten bis 29 Jahre (35 Prozent) ebenso wie bei den Älteren über 60 Jahren (39 Prozent). Mit an Bord sind zunehmend Kind und Kegel. Während laut Umfrage rund ein Viertel der Ein-Personen-Haushalte davon träumt in See zu stechen, interessieren sich 35 Prozent der Familien mit Kindern dafür.
Die Regeln an Bord unterscheiden sich in zentralen Punkten von den Urlaubsreisen per Flugzeug, Auto oder Bahn. Neulingen stellen sich vom Gepäck bis zur Bettruhe und der Mitnahme von Tieren viele Fragen. Das Online-Reiseportal Expedia.de und der Kreuzfahrt-Spezialist e-hoi haben die häufigsten Fragen und Antworten zusammengestellt.
Fertig zum Anker lichten
Ausweisdokumente: Die benötigten Papiere hängen von der gewählten Route und dem Heimatland des Passagiers ab. In der Regel wird bei Hochseekreuzfahrten auch innerhalb Europas ein Reisepass mit mindestens sechsmonatiger Gültigkeit nach Reiseende benötigt. Für die Einreise in die angelaufenen Länder gelten die jeweiligen Visa- und Einreisebestimmungen. Visanträge können in der Regel weder an Bord selbst noch in den Häfen bearbeitet werden - Ausnahmen bestehen in wenigen asiatischen Ländern. Der Veranstalter weist bei der Buchung auf die Visumspflicht hin. Bei Flusskreuzfahrten innerhalb der EU reicht ein gültiger Personalausweis.
Gepäckbestimmungen: Offiziell liegen keine Gepäckobergrenzen vor. Allerdings verengt jeder Koffer die eigene Kabine und sollte daher gut überlegt sein. Zudem reisen viele Passagiere mit dem Flugzeug an, so dass sich hieraus bereits die Gepäckbegrenzungen ergeben.
Gesundheitscheck: Ärztliche Untersuchungen sind nicht vorgeschrieben. Der Reisende bestätigt bei der Buchung mit den AGB, dass er für die Kreuzfahrt reisefähig ist und dass seine körperliche Verfassung nicht Sicherheit und Komfort an Bord beeinträchtigt. Je nach Zielgebiet sind Impfungen im Vorfeld angeraten, zumal nicht bei jedem Schiff ein Arzt an Bord ist, der nachträglich Impfungen durchführt.
Check-In: Die Zeiten sind in den Reiseunterlagen angegeben. Der Check-in beginnt typischerweise vier Stunden vor Abfahrt. Spätestens zwei Stunden vorher müssen bei großen Schiffen alle Gäste an Bord sein. Bei kleineren Schiffen reicht eine Stunde.
Qualitätssiegel: Ein einheitlich verpflichtendes Qualitätszeichen gibt es nicht. Manche Schiffe verfügen über Umweltgütesiegel. Das Baujahr und die beschriebene Ausstattung sind wichtige Anhaltspunkte zur Beurteilung der Qualität eines Schiffes.
Profi an Bord
Bezahlung an Bord: Mit der Ankunft an Bord, wird für jeden Passagier ein Konto eröffnet, für welches die Kreditkartennummer, Bargeld oder Reiseschecks hinterlegt sind. Auf dem Schiff ist eine bargeldlose Bezahlung üblich, da die Ausgaben an Bord zu Lasten des anfangs eingerichteten Bordkontos gehen. Nach der Reise wird das Konto je nach bevorzugter Zahlungsweise ausgeglichen. Für Landausflüge bieten fast alle Reedereien einen Währungswechsel für kleine Beträge an Bord an.
Trinkgeld: Beim Trinkgeld gibt es keine einheitliche Regelung, sondern drei typische Fälle: a) Das Trinkgeld ist bereits im Reisepreis inkludiert, b) das Trinkgeld wird von der Reederei festgelegt und dem Bordkonto belastet und c) die Reederei gibt keine Trinkgeldempfehlung und der Kunde entscheidet selbst, wem und wie viel er gibt. Zusätzlich zum Trinkgeld gibt es auf Hochseeschiffen ein Serviceentgelt für Dienstleistungen, das direkt mit der Erbringung der Leistung abgerechnet wird - üblicherweise in Höhe von 15 Prozent.
Landgänge: Fallen für die Teilnahme an Aktivitäten Kosten an, werden sie über das Bordkonto abgerechnet. Ausflüge werden typischerweise vor Ort gebucht. Bei vielen Reedereien können Ausflüge bereits vorab reserviert werden.
Stromspannung: Sie liegt auf Fluss- und Hochseeschiffen der großen Reedereien bei 110/220 Volt. Für internationale, meist amerikanische Schiffe ist ein Adapter zu empfehlen, da besonders die älteren in der Kabine nur amerikanische Steckdosen haben. Neue Schiffe sind in der Kabine meist mit mindestens einer europäischen Steckdose ausgestattet.
Außenkontakt: Jedes Kreuzfahrtschiff hat eine eigene Telefonnummer. Die Nummer ist den Reiseunterlagen zu entnehmen. Zudem sind moderne Schiffe mit einem GSM-Service ausgestattet, der das Telefonieren mit dem eigenen Handy ermöglicht. Voraussetzung sind eine bestehende Satellitenverbindung sowie eine Kooperation des eigenen Mobilfunkanbieters mit dem GSM-Service. Auch verfügen einige der neueren Schiffe über eine eigene E-Mail Adresse. Internetzugang besteht sowohl in Internetcafés vieler Häfen als auch auf modernen Schiffen.
Bordsprache: Die Kommunikation auf dem Schiff erfolgt zumeist in der Sprache des Herkunftslandes der Reederei sowie auf Englisch. Zusätzlich gibt es auf internationalen Schiffen Informationen oft auf Deutsch, Französisch und Spanisch.
Verpflegung: Eine Kreuzfahrt - egal ob auf dem Fluss oder dem offenem Meer - beinhaltet immer Vollpension. Auf den neuen Schiffen hat nahezu rund um die Uhr ein Restaurant geöffnet. Einen Supermarkt gibt es in der Regel nicht, da Selbstverpflegung nicht vorgesehen ist. Ausnahmen sind Fährschiffe wie die Color Line.
Kleidung: Bei immer mehr Reedereien ist eine ungezwungene Atmosphäre üblich - auch bei der Kleidung. Abends variiert die Kleidungordnung je nach Schiff, von leger über sportlich-elegant bis festlich. Zum „Captain's Dinner" etwa wird gerne formelle Kleidung getragen, ein dunkler Anzug und Cocktail-Kleid oder ein Smoking und Abendkleid. Auf vielen Schiffen sind sie auch auszuleihen.
Duty Free: Zollfreies Einkaufen gibt es nur auf Hochseeschiffen, nicht bei Flussreisen. Sobald sich das Schiff außerhalb des Hafens befindet ist Duty Free möglich. Zusätzlich gibt es auf großen Schiffen weitere Geschäfte etwa für Schmuck, Souvenirs, Sportbekleidung oder Abendgarderobe.
Waschsalon: Fast alle Schiffe bieten gegen eine Gebühr einen Wäscherei- und Reinigungsservice an.
Bettruhe: Durch den begrenzten Raum an Bord ist eine gewisse Rücksichtnahme auf Mitreisende angebracht. Vorgeschriebene Bettruhe gibt es, abgesehen von den Öffnungszeiten öffentlicher Räume wie Bars oder Kasinos, nicht.
Zusteige-Möglichkeiten: Während der Fahrt zuzusteigen ist nicht vorgesehen und nur auf Anfrage sowie bei Bezahlung des gesamten Reisepreises möglich.
Besucher: Gäste dürfen ausschließlich nach vorheriger Absprache mit dem Hotelmanager an Bord. Besonders bei großen Reedereien gelten strenge Sicherheitsvorschriften. Bei kleineren Schiffen ist ein Besuch häufig zulässig.
Tiere: An Bord nicht akzeptiert sind Tiere. Ausnahmen gibt es bei wenigen Reedereien etwa auf den Transatlantik-Passagen der Queen Mary 2, wo eigens für Tiere vorgesehene Bereiche eingerichtet sind. Für Blindenhunde gibt es Sonderreglungen.
Seekrankheit: Neuere Schiffe sind mit Stabilisatoren ausgestattet, die einer Seekrankheit vorbeugen. Mit moderner Technik an Bord lassen sich zudem Schlechtwetter-Zonen frühzeitig erkennen und umfahren. Liegt eine Seekrankheit vor, hält die Rezeption entsprechende Medikamente bereit.
Ärztliche Versorgung: Jedes Kreuzfahrtschiff bietet eine ärztliche Versorgung an, um Notfälle zu behandeln. Wichtig ist eine hinreichend Auslandskrankenversicherung. Auch sind regelmäßig benötigte Medikamente in ausreichender Menge mitzunehmen.
Kleine Gäste auf großer See
Kinderprogramm: Viele Reedereien bieten besondere Aktivitäten für Kinder und Jugendliche. Sie werden den ganzen Tag von geschulten Betreuern unterhalten. Bestimmte Bereiche an Bord wie zum Beispiel das Kasino, sind für Kinder nicht zugänglich. Weiterhin gibt es Altersbeschränkungen für einzelne Aktivitäten oder es muss eine erwachsene Begleitperson anwesend sein. Zudem gilt abhängig von Schiff, Fahrtgebiet und Reisedauer ein Mindestalter für Babys von bis zu zwölf Monaten.
Flusskreuzfahrten sind für Kinder nur wenig geeignet, aber es gibt keine generellen Beschränkungen.
Schwangerschaft: Ungefähr bis zur 24. Schwangerschaftswoche ist eine Kreuzfahrt problemlos möglich, abhängig von den Bestimmungen der Reederei. Danach werden analog zu den Regeln von Fluggesellschaften, keine werdenden Mütter mehr befördert. In einzelnen Fällen ist ein ärztliches Attest notwendig.
Kreuzfahrtangebote für alte Seebären und Anfänger
Seit Sommer 2008 bietet Expedia.de in Kooperation mit dem Spezialisten e-hoi Kreuzfahrten an. Zur Auswahl stehen 18.000 Hochsee- und Flussreisen auf mehr als 400 Schiffen weltweit. Bei der Buchung hilft ein Vergleich von bis zu vier Angeboten in einer Übersicht inklusive Leistungen, Schiffsdaten, Route und Preis. Außerdem lassen sich über ein Auswahlmenü spezielle Angebote wie Schnupperkreuzfahrten, Familien- oder Themenkreuzfahrten direkt anzeigen.
Quellen: e-hoi GmbH & Co. KG und IG RiverCruise